Die Kieze in Berlin machen die Hauptstadt zu den schönsten Städten in Deutschland und Europa. Die Auswahl an Kultur und Gastronomie ist atemberaubend groß und zieht jährlich hunderttausende von Touristen in die Hauptstadt. Auch die Bevölkerung Berlins ist bunt durchmischt. Wenn du dich also fragst, warum Berlin die schönste Stadt der Welt ist, hast du hier ein paar Antworten.

Was ist das Besondere an Berlin?

Eine besondere Besonderheit in der Hauptstadt sind die zahlreichen Kieze, die sich in ganz Berlin verteilen. Ein Kiez ist ein Stadtquartier innerhalb eines Bezirks, in dem die kulturellen und gastronomischen Angebote besonders groß und vielfältig sind. Mehr über den Ursprung von Kiezen erfährst du in unserem Lexikon: Was ist ein Kiez? Also aufgepasst. Jetzt wird es ganz schön kiezig.

Wie viele Kieze gibt es in Berlin?

In Berlin gibt es mehr als zehn große Kieze, die du auf jeden Fall mal besucht haben solltest – als Einwohner oder Besucher Berlins. Im Folgendem eine Liste der Kieze in Berlin.

Karte mit Kiezen in Berlin

Auf dieser Karte sind die wichtigsten Kieze in Berlin blau markiert.

Kieze in Charlottenburg-Willmersdorf

Der Westen der Hauptstadt gilt als eher ruhig und gediegen. Dennoch lässt sich auch hier ein Highlight als Kiez ausmachen: der Savignyplatz.

Savignyplatz in Berlin-Charlottenburg

Der Savignyplatz in Charlottenburg ist nicht weit entfernt vom Bahnhof Zoologischer Garten. Die gleichnamige S-Bahnhaltestelle fungiert als Einfallstor in den kleinen aber feinen Kiez. Der Platz wird von der Kantstraße zweigeteilt.

Rundherum findest du Restaurants mit einem deliziösen Angebot an Essen sowie ein paar urige Bars. Ziemlich bekannt dürfte die Kneipe Zwiebelfisch sein, in der Schultheiß Bier – auch Schule genannt – in kleinen bauchigen Gläsern mit 400ml Inhalt ausschenkt wird. Entlang der Kantstraße räkeln sich weitere Gastronomieangebote.

Ein weiteres Highlight des Savignyplatzes ist die bunte LED-Beleuchtung der Eisenbahnbrücke für die die Stadt etwa 200.000 Euro ausgegeben hat.

rbb Reportage: Die schönsten Kieze der Stadt im Westen Berlins

Kieze in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gibt es wohl die meisten und bekanntesten Kieze in Berlin.

Bergmannkiez in Kreuzberg

Der Bergmannkiez liegt ähnlich wie der Schillerkiez nahe am Tempelhofer Feld, aber dennoch mitten im Herzen von Kreuzberg (Xberg). Teile des Kiezes liegen auf einer Anhöhe. Begrenzt wird der Kiez unter anderem durch die Gneisenaustraße, Mehringdamm und Fedicinstraße. Daher wird der Kiez am Veranstaltungstag der Karneval der Kulturen gestreift und ist zu dem Zeitpunkt gerappelt voll.

Wenn du auf frische und tolle Lebensmittel stehst, dann findest du diese garantiert in der Markheine Markthalle. Gleich nebenan in der Bergmannstraße gibt es einen kleinen und unscheinbaren Imbiss: Grande Gyros. Dort bekommst du für einen schmalen Taler einen riesigen Gyros Pita auf die Faust.

Östlich vom Bergmannkiez grenzt eine der ältesten Friedhofsanlagen Berlins mit vier Friedhöfen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt wurden. In einer ehemaligen Friedhofskapelle gibt es Kaffee und Kuchen zu kaufen.

Graefekiez in Kreuzberg

Die Graefestraße verläuft in Kreuzberg von der Kottbusser Brücke hinunter zur Hasenheide. Alles rundherum gehört zum Graefekiez. Im Norden kannst du im Sommer am Landwehrkanal spazieren gehen oder einfach nur mit einem Bier vom Späti (Was ist ein Späti?) an der Admiralbrücke chillen. Gleiches gilt für den Volkspark Hasenheide im Süden.

Im Graefekiez erwarten dich wie in den vielen anderen Berliner Kiezen eine internationale Auswahl an Geschäften sowie Kunstateliers.

Wrangelkiez in Kreuzberg

Zwischen der Skalitzer Straße, dem Görlitzer Park, der Spree und dem Landwehrkanal liegt im östlichen Teil von Kreuzberg der Wrangelkiez. Ein super buntes Stadtquartier mit Bewohnern aus wahrscheinlich allen Teilen der Welt. Das spiegelt sich auch im Stadtbild wieder. Dort gibt es neben den Bars ein gigantisches Angebot an Imbissen, Spätkaufs und Restaurants sowie Kunst (zum Beispiel Street Art und Ateliers).

Die Gegend rund um den U-Bahnhof Schlesisches Tor und besonders im Sommer der Görlitzer Park sind Magnete für Nachtschwärmer. Beide Orte gehören aber auch momentan zu den kriminellen Hot Spots in Berlin.

Wrangelkiez in Kreuzberg im Mai 2021

Samariterviertel in Friedrichshain

Das Samariterviertel bzw. der Nordkiez in Friedrichshain ist durch sein kulturelles Erbe regional und überregional bekannt. In der Gegend zwischen Frankfurter Allee und des Berliner S-Bahn-Rings befanden sich zu Hochzeiten 120 besetzte Häuser.

Durch die Gentrifizierung in den letzten 20 Jahren hat sich der Nordkiez komplett gewandelt. Von der großen linken Besetzerszene sind heute nur noch Bruchstücke übrig. Im Herbst 2020 wurde eines der letzten besetzten Häuser in der Rigaer Straße von der Polizei geräumt. Dafür wurden immerhin 2.500 Polizistinnen und Polizisten aus Berlin und ganz Deutschland inklusive einem Räumpanzer und Wasserwerfern eingeladen.

Dennoch gibt es im Nordkiez vereinzelnd noch alternative Bars und zudem sehr viele Restaurants und Imbisse.

Rigaer Straße im Nordkiez im Mai 2021

Simon-Dach Kiez in Friedrichshain

Der Simon-Dach Kiez befindet sich im Herzen von Friedrichshain. Kern des Kiezes ist der Boxhagener Platz und die umliegenden Straßen: Boxhagener Straße, Simon-Dach-Straße und Wühlischstraße.

Hier konzentrieren sich etliche Cafés, Restaurants, Spätis, Imbisse und Kneipen. Nicht weit weg liegt das RAW-Gelände mit Clubs wie das Cassiopeia. Auch das weltberühmte Berghain ist fußläufig in 10 Minuten zu erreichen. Wem es hier zu langweilig ist, der kann Richtung Ostkreuz laufen und trifft dort rund um die Sonntagsstraße auf weitere Gastronomie.

Auf dem Boxhagener Platz finden Wochenmärkte und Flohmärkte statt. Außerdem gibt es hier einen kleinen Brunnen, der besonders im Sommer zum Chillen und Bier trinken einlädt. Die hohe Frequenz der Besucher führt aber auch dazu, dass sich der Platz innerhalb eines Sommers in eine Mond- oder Wüstenlandschaft verwandeln kann – ähnlich wie im Mauerpark. Zum Ende des Jahres gibt es für den Platz den wohlverdienten Winterschlaf.

Simon-Dach Kiez im Mai 2021

Kieze in Berlin Lichtenberg

In Lichtenberg gibt es zwei Kieze, den du kennen solltest: der Weitlingkiez und der Kaskelkiez.

Weitlingkiez in Lichtenberg

Der Weitlingkiez in Lichtenberg befindet sich zwischen Weitlingstraße, Rummelsburger Straße und Einbecker Straße. Dort gibt es zahlreiche rustikale Kneipen und Bars. Der Kiez ist etwas abgelegener, aber trotzdem vom Ostkreuz gut mit Bus und Bahn zu erreichen.

In der Nähe befindet sich der Bahnhof Lichtenberg. Nicht weit weg gelegen ist die Victoriastadt mit ihren schönen Altbauten und der Rummelsburger See. Der Club Sisyphos ist von dort aus mit der Bahn zügig zu erreichen.

Victoriastadt oder Kaskelkiez in Lichtenberg

Die Victoriastadt bzw. der Kaskelkiez befindet sich nur einen Steinwurf entfernt von Friedrichshain und ist umkreist von Trassen der Bahn und der S-Bahn. Ein wunderschönes und ruhiges Gründerzeitviertel mitten in der Großstadt. Wahrzeichen des Quartiers ist der markante Schrotkugelturm. Dort wurde – wie der Name vermuten lässt – Munition hergestellt.

Kaskelkiez in Lichtenberg

Kieze in Marzahn-Hellersdorf

Alt-Marzahn in Hellersdorf

Alt-Marzahn ist der ursprüngliche Ortskern von Marzahn. Bis zum Bau der großen Plattenbausiedlungen in der DDR war diese östliche Ecke der Stadt bis in die 70er Jahre hinein ein verschlafenes Dorf. Ende der 70er Jahre entstanden rund um das Dorf ein mächtiges Gebiet mit Großwohnsiedlungen.

Der uralte Ortskern des märkischen Angerdorfes blieb aber bis heute erhalten. Dort befinden sich noch eine Mühle, eine alte Kirche und Häuser aus Gründerzeit, die sich wie Perlen entlang einer Schnur an der Dorfstraße aufreihen. Der kleine Kiez Alt-Marzahn und das neue Marzahn bilden einen starken Kontrast zueinander.

Überquerst du von dort aus die Allee der Kosmonauten, sind die Gärten der Welt nur einen Steinwurf entfernt.

Alt-Marzahn Dorfkern

Kieze in Berlin Mitte

Scheunenviertel in Mitte

Mitten im Herzen der Hauptstadt zwischen Rosa-Luxemburg Platz bei der Volksbühne Berlin und dem Hackeschen Markt liegt das Scheunenviertel. Der Kiez wird umrandet von der Torstraße, der Rosenthaler Straße und der Dircksenstraße. Namensgebend für den Teil der Stadt waren tatsächlich die dort gebauten Scheunen im 17. Jahrhundert. Das Viertel befand sich damals vor den Stadtmauern Berlins. Die Gefahr für einen Großbrand, die von Heu ausgeht, sollte so eingedämmt werden.

Heute gibt es im Scheunenviertel zwar keine Scheunen mehr, aber du kannst dort eine Menge Heu für Designerkleidung, Speisen und Getränke ausgeben. Die Ecke hat sich zu einem Berliner Szeneviertel mit internationalem Touch entwickelt. Auch viele Start-ups, Hipster und Yuppies haben sich dort mittlerweile angesiedelt.

Sprengelkiez in Wedding

Der Sprengelkiez ist ein recht kleiner und gemütlicher Kiez im Wedding, der mittlerweile als Wohnort immer beliebter und dadurch gentrifiziert (Was ist Gentrifizierung?) wird. Zwischen Müllerstraße, Luxemburger Straße, Lynarstraße und dem Kanal häufen sich ein paar coole Bars zum Ausgehen.

Daneben schlängeln sich viele orientalische Imbisse und Einkaufsmöglichkeiten um die Straßen. Die Beuth Hochschule für Technik mit Wohnheim für Studierende und der bekannte Leopoldplatz sind ganz in der Nähe. Ein architektonisches Schmuckstück ist die Osterkirche.

Stephankiez in Moabit

Wenn du vom Sprengelkiez die Bahnbrücke Richtung Süden überquerst (Westhafen), gelangst du direkt nach Moabit und zum Stephankiez. Ein sehr gut erhaltenes und verschlafenes Gründerzeitviertel in dem es bis jetzt noch viel Gewerbe gibt. Die schöne Bausubstanz und die Lage machen das Viertel für Investoren interessant und führt zur Gentrifizierung des Quartiers.

Soldiner Kiez

Der bunt durchmischte Soldiner Kiez ist der nördlichste Kiez im Bezirk Berlin Mitte (Gesundbrunnen). Umrahmt ist das Quartier von der Osloer Straße, Provinzstraße und dem Flüsschen Panke. In der Vergangenheit gehörte der Kiez zu den sozialen Brennpunkten der Hauptstadt. Die Lage hat sich in den letzten Jahren Schritt für Schritt verbessert.

rbb Reportage: Die schönsten Kieze der Stadt im Norden Berlins

Kieze in Berlin Neukölln

In Neukölln gibt es mehrere Kieze, die einen Besuch wert sind.

Alt-Rixdorf

Um den Richardplatz herum in Neukölln befindet sich der Alt-Rixdorf. Rixdorf ist der uralte Ortskern von Neukölln, in dem es noch einen historisches und idyllisches Herz gibt. In diesem Berliner Kiez findest du ein paar Cafés und Kneipen zum Chillen. Zwar liegt Rixdorf nicht weit weg vom Neuköllner Geschehen, dennoch ist es dort sehr ruhig. Es gibt sogar ein paar Gassen zum Spazieren. Auf dem großen Wochenmarkt bekommst du alle Lebensmittel, die du für das alltägliche brauchst.

Rixdorf in Neukölln

Reuterkiez in Neukölln

Wenn du in Neukölln was erleben willst, kommst du um den Reuterkiez auf keinen Fall dran vorbei. Der Kiez erstreckt sich zwischen Kottbusser Damm, Sonnenallee und Maybachufer. Von der U-Bahnstation Hermannplatz kommst du direkt ins Geschehen. Auch hier trägt der Berliner Kiez seinen Namen vom gleichnamigen Reuterplatz, der im Kern liegt.

Der Reuterkiez beherbergt ein buntes Sammelsurium an Cafés, Bars und kulinarischen Leckereien. Da die Gegend zwischen Neukölln und Kreuzberg liegt, wird der Teil Berlins auch als “Kreuzkölln” bezeichnet.

Reuterkiez in Kreuzkölln

Schillerkiez in Neukölln

Der Schillerkiez in Neukölln kuschelt sich an seiner Westseite gemütlich an das Naherholungsgebiet Tempelhofer Feld. Östlich flirtet der Kiez mit der Hermannstraße und ist von der U-Bahnstation Boddinstraße schnell zu erreichen. Mitten drin liegt die Schillerpromenade, eine breite Promenade dessen Mittelpunkt der Herrfurthplatz bildet. In den warmen Monaten pilgern viele Menschen durch den Kiez, um am Tempelhofer Feld zu entspannen. Deswegen geht dort auch häufig die Luzi ab.

Im Schillerkiez erwarten dich neben Kunstateliers urige und legendäre Alt-Berliner Kneipen wie der Bierbaum 3 oder das Bäreneck, Cafés mit einem gewissen Hipster Touch und sehr unterschiedliche Möglichkeiten zum Speisen: arabisch, türkisch, mexikanisch, amerikanisch oder einfach vegan.

Kieze in Berlin Pankow

Der Bezirk Pankow hat gleich vier herausragende Kieze im Peto.

Florakiez in Pankow

Abgehend vom S- und U-Bahnhof Pankow entlang der Florastraße befindet sich im Norden Berlins der Florakiez. Ein ruhiger und familiärer Kiez mit diversen Lokalen und Einkaufsmöglichkeiten im Ortsteil Pankow. Rundherum gibt es viele schöne Parkanlagen zum frische Luft schnappen.

Helmholtzkiez im Prenzlauer Berg

Nördlich vom Kollwitzkiez zwischen Danziger Straße, Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee versteckt sich der Helmholtzkiez. Der Helmi schmiegt sich als Rechteck in die städtische Struktur. Im Gegensatz zum Kollwitzkiez gibt es hier mehr Raum für nächtliches Ausgehen. Vegane Schleckermäuler können sich hier über die kulinarischen Möglichkeiten freuen. Der Mauerpark liegt zu Fuß nur 15 Minuten entfernt.

Kollwitzkiez im Prenzlauer Berg

Die Künstlerin Käthe Kollwitz wohnte mit ihrer Familie ein Großteil ihres Lebens im Prenzlauer Berg, dort wo sich heute die Kollwitzstraße befindet. Der Platz und der Kiez sind daher nach ihr benannt. Die Gegend hat sich von einem ehemaligen einfachen Arbeiterviertel heute in ein Schmuckstück verwandelt.

Rund um den Platz gibt es ausgewählte Gastronomie mit einem breit gefächerten Angebot sowie viele kleine Geschäfte des alltäglichen Bedarfs. Der Kollwitzkiez versprüht ein Hauch von Paris. Die Kulturbrauerei und der älteste Wasserturm Berlins sind ganz in der Nähe.

Winsviertel im Prenzlauer Berg

Das Winsviertel liegt zwischen dem Kollwitzkiez und dem Helmholtzkiez. Genauer genommen zwischen der Prenzlauer Allee und der Greifswalder Straße. Ganz in der Nähe befindet sich der große Volkspark Friedrichshain mit dem Märchenbrunnen. Im nördlichen Teil des Winsviertels befinden sich hauptsächlich Altbauten aus der Gründerzeit, im Süden Plattenbauten aus der DDR. Benannt ist der Kiez nach einem Berliner Bürgermeister Thomas Wins, der im 15. Jahrhundert lebte.

rbb Reportage: Die schönsten Kieze der Stadt im Osten Berlins

Kieze in Berlin Tempelhof-Schöneberg

Tempelhof-Schönebergs wohl bekanntester Kiez.

Nollendorfkiez in Schöneberg

Dem Nollendorfkiez bekommt eine besondere Bedeutung zu. Er ist das Berliner Herz der homosexuellen Szene der Hauptstadt mit entsprechend ausgerichteten kulturellen und gastronomischen Möglichkeiten. Deswegen wird die Ecker Berlins auch liebevoll Regenbogenkiez genannt. Im Zentrum liegt der Nollendorfplatz, der auch als “Nolle” bezeichnet wird. Am Nollendorfplatz startet für gewöhnlich der CSD (Christopher Street Day).

Seine Ursprünge hat der Regenbogenkiez übrigens schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem sich in der Gegend zunehmend Gleichgesinnte in den Lokalitäten vor Ort trafen.

rbb Reportage: Die schönsten Kieze der Stadt im Süden Berlins