Gibt es Berge in der Nähe von Berlin? Ja, Püttberge!

Gibt es Berge in der Nähe von Berlin? Ja, Püttberge!

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Wenn du an Berlin denkst, dann kommen dir vielleicht Bilder von der Mauer, das Brandenburger Tor oder der Alexanderplatz in den Sinn. Aber nicht unbedingt Berge, oder? Das Bild stimmt aber nicht ganz. Menschen und die letzte Eiszeit haben durchaus Berge in und um Berlin herum hinterlassen.

Berlin hat Berge! Dabei handelt es sich geomorphologisch gesehen nicht um die Berge, die durch tektonische Verschiebungen entstanden sind, wie zum Beispiel bei den Alpen oder den Pyrenäen der Fall war. Die Berge in und um Berlin sind durch künstliche Aufschüttungen oder durch die letzte Eiszeit (Weichsel-Eiszeit) vor etwa 15.000 – 20.000 Jahren entstanden.

Künstliche und eiszeitliche Berge in Berlin

Der Teufelsberg im westlichen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist beispielsweise ein künstlicher Berg, der nach und nach aufgeschüttet und im Kalten Krieg vordergründig militärisch genutzt wurde.

Die Ahrensfelder Berge im Bezirk Marzahn-Hellersdorf hingegen sind Teil einer eiszeitlichen Landschaft. Dazu gehört zum Beispiel der Kienberg, über den seit der IGA 2017 eine Seilbahn verläuft, mit einer Höhe von 102 m oder die Biesdorfer Höhe mit zirka 83 m.

Weiter nordwestlich gibt es noch zwei weitere Berge. Die Kette der Ahrensfelder Berge sind Überbleibsel eines Osers (Wallberg). Was genau ein Oser ist? Ein Oser ist eine wallartige Aufschüttung von lockeren Materialien (Sand, Kies, Geröll), die sich durch das Schmelzwasser unter einem Gletscher aufgetürmt haben. Ein Oser hat Ähnlichkeit mit einem Damm oder einem Deich.

Püttberge im Bezirk Treptow-Köpenick

Reist du weiter südwestlich Richtung Müggelsee kommst du zu den Püttbergen (pütt = klein). Auch bei den Püttbergen handelt es sich geomorphologisch nicht um Berge im engeren Sinne, sondern um riesige Dünen, die bis zu 30 m hoch sind. Die Püttberge an sich haben ihren höchsten Punkt bei zirka 70 m. Diese Dünen sind in der Weichseleiszeit durch Flugsande enstanden.

Die Püttberge befinden sich Bezirk Treptow-Köpenick in den Ortsteilen Wilhelmshagen (nahe S-Bahnhof Wilhelmshagen) und Rahnsdorf – als schon fast in Brandenburg.

Püttberge im Video

Kleiner Exkurs: das Berliner Urstromtal

Mit wärmer werdenden Klima schmolzen die riesigen Eismassen der letzten Eiszeit im Inland kontinuierlich ab. Durch das schmelzende Gletschereis entstanden Täler, die das Wasser Richtung Meer abtransportierten. Diese Täler werden heute Urstromtäler genannt.

Das Berliner Urstromtal verläuft vom Südosten Berlins (Müggelsee) der Spree entlang Richtung Nordwesten. Der Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Berlin Pankow ist auf einer eiszeitlichen Erhöhung (Moränenlandschaft) gebaut, die Richtung Spree in das Berliner Urstromtal übergeht. Das historische Stadtzentrum in Berlin Mitte liegt inmitten des Urstromtals.

Das Schmelzwasser der Gletscher führte zudem riesige Mengen an Sand mit sich, welcher sich in den Urstromtälern ablagerte. Im Berliner Urstromtal zum Beispiel kann die Dicke der Sandschicht mehr als 10m betragen. Der Wind konnte den leichten Sand durch das früher noch karge und trockene Berliner Gebiet wehen. So entstanden riesige Flugsanddünen, wie die Püttberge oder die Dünen im Tegler Forst (Berlin Reinickendorf).

Püttberge stehen unter Naturschutz

Heutzutage bewegen sich die Dünen nicht mehr, denn sie sind bewachsen. Auf den Püttbergen findest du den für Dünen spezifischen Pflanzenbewuchs: Kiefern und Gräser. Diese Pflanzen fühlen sich auf sauren Böden wohl.

Seit 1995 steht das Gebiet unter Naturschutz “Naturschutzgebiet Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug”.

Kieferlandschaft-Püttberge
Kieferlandschaft Püttberge

Püttberge Anfahrt

Um die Püttberge herum schlängeln sich die Ortseile Rahnsdorf und Wilhelmshagen. Sie sind relativ einfach mit der S-Bahn (S3 Richtung Erkner) fußläufig oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Ein Ausflug lohnt sich, denn der weite Ausblick und die frische Luft sind einfach herrlich!

Quellen:

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (2018): Umweltatlas Berlin,  http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/d117_01.htm#Abb2 [23.05.2018]

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (2018): NSG und NATURA-2000 Gebiet Wilhelmshagen – Woltersdorfer Dünenzug, http://www.berlin.de/senuvk/natur_gruen/naturschutz/schutzgebiete/de/nsg/nsg28.shtml [23.05.2018]

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