Bei einem Angerdorf sind die Häuser und Gehöfte um einen zentralen Platz angeordnet. Diesen zentralen Platz bezeichnet man als Anger. Anger heißt so viel wie Weideplatz oder Grasplatz. Diese Art der Dorfstruktur ist besonders im Osten von Deutschland verbreitet und geht einher mit der deutschen Besiedlung des heutigen Ostens im Mittelalter.

In Berlin sind zum Beispiel die alten Ortskerne der Bezirke Berlin Lichtenberg (Alt-Lichtenberg) und Berlin Marzahn-Hellersdorf (Alt-Marzahn) als Angerdörfer angelegt.

Welche Form hat ein Angerdorf?

Ein Anger kann viele verschiedene Formen haben: dreieckig, viereckig, kreisförmig oder als Halbkreis. Gewöhnlich ist ein Angerdorf jedoch durch seine ovale Form zu erkennen (siehe Grafik unten).

Die Fläche des Angers muss zwangsläufig nicht nur aus einer Grünfläche bestehen. In der Dorfmitte kann sich durchaus ein Teich, ein Bach oder ein Gemeinschafshaus (beispielsweise eine Kirche) befinden.

Die Vorderseite (Eingänge) der Häuser sind zum Anger ausgerichtet. Auf der Rückseite der Häuser befinden sich gewöhnlich die Gehöfte oder Gärten.

Das ehemalige Angerdorf im Ortsteil Berlin-Lichtenberg

Angerdorf-Berlin-Lichtenberg
Angerdorf Berlin-Lichtenberg

In der Mitte des mittelalterlichen Angers befindet sich die Alte Dorfkirche Lichtenberg aus dem 13. Jahrhundert und der Loeperplatz. Links und rechts wird die Grünfläche von der Möllendorffstraße und der Straßenbahn umschlossen.

Anger-Berlin-Lichtenberg
Anger in Berlin-Lichtenberg