Älteste Plattenbausiedlung in Deutschland: Splanemann-Siedlung in Berlin

Älteste Plattenbausiedlung in Deutschland: Splanemann-Siedlung in Berlin

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Die älteste Plattenbausiedlung Deutschlands steht in Berlin: die Splanemann-Siedlung am Rande von Berlin Lichtenberg im Ortsteil Friedrichsfelde. Ein erster zaghafter Versuch der industriellen Massenfertigung von Wohnungen.

Die Splanemann-Siedlung in Berlin Lichtenberg liegt umgeben von Hochhäusern und teilweise umringt von Gleisen im Ortsteil Friedrichsfelde – ganz versteckt. Die Reihenhaus-Sieldlung gehört zu den ältesten Plattenbausiedlungen in Deutschland und weltweit. Mit 27 Häusern und 118 Wohnungen stellt sie zugleich auch eine kleine und idyllische Siedlung dar, die heute unter Denkmalschutz steht.

Splanemann-Siedlung im Video

Geschichte der ältesten Plattenbausiedlung

Die Splanemann-Sieldung wurde zwischen 1924 und 1930 errichtet. Sie gehört zu den ersten Versuchen der industriellen Fertigung von Wohnungen. Benannt wurde die Siedlung im Jahr 1951. Namensgeber war der Widerstandskämpfer Herbert Splanemann. Ideengeber und Entwickler des Siedlung war jedoch der Architekt und Stadtplaner Dr. Martin Wagner. Ausgeführt wurder der Bau von den Architekten Goettel und Priemke sowie die Soziale Bauhütte Berlin.

Ursprünglich war die Siedlung als einfacher Ziegelsteinbau geplant. Dann diente sie aber als erster Versuch Wohnungen kostengünstig und schnell in Massenfertigung zu bauen. Grund dafür war die große Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg. Die erhofften Kosteneinparungen konnten zur damaligen Zeit aber nicht realsiert werden. Außerdem entsprach die Architektur nicht den Vorstellungen der Erbauer: die Idee des industriellen Massenwohnungsbaus wurde schnell wieder auf Eis gelegt.

Splanemann-Sieldung-Plattenbausieldung-Bauphase
Splanemann-Sieldung in der Bauphase (Quelle: Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Wohnen)

Gestaltung der ersten Plattenbausiedlung

Eines der Besonderheiten der Splanemann-Siedlung ist, dass die 7 Tonnen schweren Betonplatten damals vor Ort gegossen und mit einem Portalkran verbaut wurden. Diese Bauweise machte den Bau unter anderem auch so teuer. Denn erstens war der Kran an sich kostenintensiv und die Kranbesatzung bestand fürher aus vielen Bauarbeitern, was die Kosten nochmal zusätzlich in die Höhe trieb.

Die Häuser haben entweder zwei oder drei Geschosse. Der Dachstuhl besteht klassisch aus Holz. Jede Wohnung hat einen gemütlichen Balkon oder eine Logia. Der Eingang liegt immer an der Straßenseite.

Splanemann-Siedlung Anfahrt

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